Homepage von Prof. Dr. Günter Scholdt
Homepage von Prof. Dr. Günter Scholdt

"Die unendliche Geschichte" oder "Aus unsererem täglichen Absurdistan: Teil VI; September 2016"

 

Man informiert mich darüber, dass ein Saarbrücker Möchtegern-Inquisitor im Historiker-Kostüm weiterhin sein Denunziationsgewerbe betreibt. Ihm abermals zu antworten, scheint mir so ergiebig, wie mit einem Maulwurf über Farbe zu diskutieren. Sprechen wir lieber von Belletristik. Auch Schriftsteller haben jenen Mentalitätstyp gezeichnet, dem die Jagd im Rudel zum Lebenselixier geworden ist. In „Eumeswil“ etwa, das mir seit längerem wieder einmal in die Hände fiel, findet sich zudem ein sarkastischer Historikerspiegel (Literaturgeschichte eingeschlossen).

 

Fast vier Jahrzehnte ist er alt: Ernst Jüngers 1977 erschienener Zukunftsroman „Eumeswil“. Doch viele Passagen seiner warnutopischen, modellhaft verdichteten Gesellschaftsanalyse erfassen so viel Gegenwärtiges, dass man sich des Bibelspruchs erinnern könnte: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Eumeswil figuriert als (Stadt-)Staat der Posthistorie in einer nicht näher datierten Zukunft. Zugleich bietet die Polis eine Abraumhalde für Ideen und Utopien. Dabei sind sich die dort lebenden Gesinnungsproduzenten, die sich auf kritische Relevanz viel zugutehalten, meist nicht hinreichend bewusst, dass sie in der Propagierung völlig vernutzter Worte und Normen nur noch Phantomen huldigen. Das fordert Jüngers Sarkasmus heraus:

„Manchmal wird es witzig – – –  wenn sie sich für Werte ereifern, die in Eumeswil höchstens noch parodiert werden. Insofern sind sie sogar ernst zu nehmen: epochaltypisch.“

Soviel in aller Kürze zur Gesamtproblematik des Romans. Konzentrieren wir uns auf die darin enthaltene bissige Musterung der Geschichtswissenschaft.

Eumeswil.pdf
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Aus unserem täglichen Absurdistan: Teil V; Sommer 2016

A propos Broder:

 

Ich habe ihn zwar in einem Kernpunkt seiner Deutschen-Schelte

attackiert. Doch bin ich keineswegs ohne Sympathien für diesen

publizistischen Haudrauf. Dafür schätze ich seinen temperamentvollen

Widerspruch zu den Mainstream-Medien viel zu sehr, die da mehrheitlich

glauben, unbequemen Wahrheiten diene man am besten, wenn man sie in

"Giftschränken" sekretiert. Wo er Recht hat, hat er ohnehin Recht:

http://www.achgut.com/artikel/der_wahnsinn_ist_ein_meister_aus_deutschland_2

 

Und wo ihn nun gar Claudia Roth aus einem bayrischen Fernsehstudio

hinausgemobbt hat, verdient er sich geradezu meine Solidarität.

 

Aus unserem täglichen Absurdistan: Teil IV; Dezember 2015

 

Als Argumentationshilfe, falls jemand tatsächlich Polemiken der
"Saarbrücker Hefte" ernst nehmen sollte. Der Beitrag wäre eigentlich zu
überschreiben mit dem Titel: "Ein Historiker auf (heute gängigen) Abwegen".

Historiker auf Abwegen.pdf
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Und zur aktuellen Einlassung der "Saarbrücker Zeitung" gilt Camus'
Tagebuch-Notiz:
"Sie werden Ihr Ansehen einbüßen, wird mir gesagt.
- Das will ich sehr hoffen, wenn es mit solchem Wasser getauft ist."

 

Aus unserem täglichen Absurdistan: Teil III; Juli 2015

 

Warum soll man sich für Leute schinden, die es nicht verdienen? Die
Sommerhitze lädt nicht dazu ein. Also lassen wir andere für uns
sprechen.

Hiermit eröffne ich eine neue Rubrik meiner Homepage unter dem
Titel „Volltreffer“. Sie sammelt Aphorismen, Epigramme und kurze
Statements in einer Art (politischem) Poesiealbum.

 

 

Aus unserem täglichen Absurdistan: Teil II; Juni 2015

Der ewige Denunziant.

Aus Anlass der jüngsten Infamie eines hiesigen Skandalblatts

 

Wenn es noch eines nachträglichen Beweises bedurft hätte, dass gerade aus sozialhygienischer Notwendigkeit heraus Bücher wie mein „Vergesst Broder!“ erscheinen sollten, hat mir den die jüngste Reaktion eines Denunzianten-Kollektivs erbracht, das in unendlicher Tristesse einen Jahrzehnte alten Streit fortführt. Denn mit dem verlässlichen Speichelreflex Pawlow’scher Hunde demonstriert man zum wiederholten Mal, dass „Vergangenheitsbewältigung“ vom Anlass gebotener moralischer Selbstbesinnung schon längst zu einer unkontrolliert instrumentalisierten schändlichen Meinungsdisziplinierungswaffe verkommen ist...

Absurdistan Teil II.pdf
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Aus unserem täglichen Absurdistan: Teil I; Mai 2015

Klarstellung zur jüngsten Entgleisung der „Saarbrücker Hefte“

 

Henryk Broders in „Vergesst Auschwitz!“ satirisch verpackte Grundthese lautet, bis 30 Prozent der heutigen Deutschen seien heimliche Antisemiten. Die solle man aber sinnvollerweise nicht mehr durch Holocaust-Memorials seelisch piesacken, sondern stattdessen zu unbedingter Israel-Loyalität verpflichten – das Ganze natürlich unter Einschluss der üblichen Nahost-Verstrickungen. Ich habe mit der Streitschrift „Vergeßt Broder!“ darauf geantwortet, und – wie hierzulande üblich – erfolgte postwendend die Retourkutsche, selbst Antisemit zu sein.

 

Natürlich bedienten sich die ungemein tapferen Mahner und Ankläger auch sofort diverser, in Netzwerken und Zitierkarussellen verfügbarer Gutachter, Kriterien-Ersteller oder Institute, deren wichtigste Funktion darin zu bestehen scheint, alarmistisch ständig neue (moralische) Tatbestände zu kreieren. Das hebt gegenüber der Öffentlichkeit ihre eigene Bedeutung und steigert die Chancen, weitere Mittel aus offenbar unerschöpflichen Finanzquellen zu generieren. Dass man dabei en passant landesweit den Ruf von Personen beschädigt einschließlich ihrer erbrachten Lebensleistungen, wird von jenen gesinnungsmäßigen Kammerjägern offenbar billigend in Kauf genommen.

 

Der Begriff „Antisemitismus“ hatte (durch historische Ungeheuerlichkeiten grundiert) eine ausgesprochen intensive makabre Bedeutung: als krankhafte Abneigung gegenüber einer Ethnie, die man völlig abwertete und schließlich sogar umbrachte. Wer heute damit durch inflationäre Vorwürfe Schindluder treibt, verfolgt andere als Aufklärungsinteressen. Er mag sich dabei in Sophismen und Haarspaltereien ergehen und mannigfaltige „Sekundär-“, „Tertiär-“, „Quartär-“ bis hin zu „Oktär-Antisemitismen“ ersinnen. Es handelt sich dabei weniger um sozialhygienische Warnung als um Verfolgungssucht. Und mit Wissenschaft hat das Ganze so wenig zu tun wie Erich von Däniken mit der Archäologie.

 

(wird fortgesetzt)

September 2013:

 

Ab heute ist meine Website ist wieder benutzbar. Sie war durch einen kriminellen Eingriff kurzzeitig zerstört worden. Auch daraus kann man lernen und für die Zukunft Vorsorge treffen. Im Übrigen sind natürlich gerade Lektionen in Sachen "Meinungsfreiheit hierzulande" nie umsonst, aber vielleicht das Lehrgeld wert.                                     

Mai 2013:

Weiterhin gegen den Wind

 

Ein Freund informierte mich soeben über die neueste Drei-Groschen-Polemik eines (leider auch mit meinen Steuergeldern hoch subventionierten) Denunziationsblatts der hiesigen Landeshauptstadt. Irgendwie hat die von mir für dessen Redaktion vorausgesagte Feigheit, sich einer Diskussion zu stellen, gleichwohl ihr Gutes. Denn sinnvoll streiten lässt sich nur bei einer Mindestbereitschaft zur Sachklärung, statt zum Rufmord, und einem nicht zu unterschreitenden intellektuellen wie sittlichen Niveau.

(Exemplarisch mal wieder, anstelle von ernstzunehmender Textauslegung, die Argumentation mit irgendwelchen angeblichen Gesinnungsgenossen. Das letzte Mal war es ja kurioserweise noch der Massenmörder Breivik gewesen. Nebenbei gesagt: Wer sich so alles für mich interessiert, liegt nicht in meiner Hand. Selbst die S.H. scheinen ja süchtig zu sein.)

Als Fazit gilt, was Ernst Jünger schon vor rund zwei Jahrzehnten formuliert hat:

„Wer von Stinktieren verfolgt wird, muß gegen den Wind laufen.“

Ein deutscher Traum
Aufruf zum Handeln – gegen die soziale Ächtung des Andersdenkenden!


... Wenn mein Zorn über diese landläufige Verwechslung von Aufklärung mit Einschüchterung, Argumentation mit Macht ein gewisses Maß überstiegen hat, gönne ich mir zuweilen für mein Seelenheil einen Traumcocktail. Ich stelle mir nämlich vor, es gäbe eine David-gegen-Goliath-Organisation mit dem einzigen Vereinszweck, hierzulande die Meinungsfreiheit zu schützen beziehungsweise wieder herzustellen. ...

April 2013
Ein deutscher Traum. Aufruf zum Handeln.[...]
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Offener Brief an die „Saarbrücker Hefte“

 

„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“
(Hoffmann von Fallersleben)

 

Für einen (anthropologischen) Zyniker dürfte es äußerst ersprießlich sein,
im deutschen Volkscharakter stets die gleichen Grundzüge auszumachen,
insbesondere das Zelotisch-Inquisitorische seiner Mentalität, das sich über
Jahrhunderte ungebrochen fortsetzt. Es reicht von den Hexenprozessen,
über zahlreiche Konfessionsdispute, mit denen Luther und andere behelligt
wurden, die Hatz auf sog. „Demagogen“, auf Sozialdemokraten,oder
die NS-Verfolgungen bis hin zu dem, was heute paradoxerweise mit dem
„herrschaftsfreien Diskurs“ verbunden wird und gleichwohl im Kern
lediglich auf ein ausgrenzendes Anbräunen all dessen hinausläuft, was
sich dem eigenen politischen Weltbild und den dahinter stehenden Machtambitionen entzieht...

August 2012
Offener Brief Saarbrücker Hefte .pdf
PDF-Dokument [29.8 KB]

 

Bernsteins Pamphlet hat mich meinen Leserbrief von 1996 heraussuchen
lassen, und ich war erschüttert über die Aktualität des Texts und die Kontinuität der Denunziationsgesinnung nicht nur der „Saarbrücker Hefte“. 16 Jahre und nicht der geringste geistige Fortschritt! Erik von Kuehnelt-Leddihns konservativer Spott, wonach die Unveränderbarkeit des Menschen mindestens eine Potenz größer als seine Veränderlichkeit sei, hat Vieles für sich. Urteilen Sie selbst!

1996
Replik auf Hans Horchs Polemik 1996.pdf
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Der mehrfache Hinweis auf Burkhard Jelloneks Besprechung meiner „Autoren über Hitler“ veranlasst mich, nun auch meinen Offenen Brief zu dokumentieren. Angesichts der Eskalation dieses Streits und in der nun bereits Jahrzehnte währenden Kontinuität diverser ideologischer Kriminalisierungsversuche, staune ich dabei ein wenig über meine frühe Naivität, meinem Gegner ein offenes Wissenschaftsgespräch anzubieten. Schließlich weiß ich inzwischen zur Genüge, dass seinem Wirken ein ganz anderes Verständnis von den Aufgaben historischen Forschens zugrunde liegt. Es geht ihm nicht um den Austausch kontroverser Auffassungen zur Vergangenheit, aus deren Summe sich so etwas wie eine (nie ganz zu erschließende) „Wahrheit“ ergibt, sondern um bloßes Dossier-Sammeln für Gesinnungsstaatsanwälte.

1993
Offener Brief an Burkhard Jellonnek.pdf
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